Experiencing Augmented Culture: FHM startet neues Forschungs-Projekt

Bielefeld

Das Akronym CULT-APP steht für das EU-geförderte Projekt „Experiencing Augmented Reality on Cultural Heritage Application in iVET“, welches am 1. November 2018 offiziell begonnen hat und Partner aus sechs Ländern, darunter Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Italien, die Niederlande und Polen, vereint. Koordiniert wird das Projekt von der FHM Bielefeld.

Das Akronym suggeriert bereits, dass es im Projekt generell um besseres Erleben der europäischen Kulturgüter mit Hilfe moderner Augmented Reality (AR)-Tools geht. Insbesondere bei Jugendlichen genießen AR-Tools eine große Popularität und spielen daher im Projekt eine zentrale Rolle bei der Entdeckung der europäischen kulturellen Vielfalt.

„Augmented Reality bedeutet erweiterte Realität. Die Idee dahinter ist, die reale, sichtbare Welt mit zusätzlichen Inhalten zu erweitern.  Dies ist heute mittels spezieller Apps auf Smartphones, Tablett-PC oder auch AR-Brillen möglich und damit für ein breites Publikum verfügbar. Dies macht AR geeignet z.B. für Anwendungen im Journalismus, in Ausstellungen, in der Unterhaltung oder in der allgemeinen wie beruflichen Aus- und -weiterbildung. Auch speziell für die Vermittlung kultureller Güter wie Architektur, Produktdesign, darstellende und bildende Künste wird AR genutzt. So wie Pokémon Go der digitalen Unterhaltung dient, soll CULT-APP eine Augmented Reality-Plattform für ein neues europäisches Kulturerlebnis aufbauen,“ erklärt Prof. Jochen Dickel, wissenschaftlicher Projektleiter an der FHM.

Das Herzstück des Projekts bildet ein internationales Schülerprojekt, an dem Berufsschüler aus verschiedenen EU-Ländern und aus den „kreativen“ Lehrgängen wie Mediengestaltung, Grafikdesign und Kunst sich ein europäisches kulturelles Objekt aussuchen und AR-basierte Applikationen zum besseren Erlebnis dieses Kulturobjektes gemeinsam entwickeln und testen. „Erwartet wird, dass sich Berufsschüler dabei verschiedene Kompetenzen aneignen bzw. vertiefen können: Kreativität, Umgang mit neuen digitalen Medien, internationale Kompetenz, Teamfähigkeit und selbstverständlich das Bewusstsein für eine gemeinsame europäische Identität“, fügt die FHM-Projektkoordinatorin Olga Zubikova hinzu.

 

Um ein solch ambitioniertes AR-Projekt zu bewerkstelligen, werden die ausgewählten Berufsschüler von entsprechend qualifizierten Berufslehrern begleitet. Für letztere wird im Laufe des Projekts ein Online-Trainingsprogramm entwickelt, an dem Pilot-Lehrer teilnehmen und somit eigene Kompetenzen im Umgang mit innovativen AR-Tools stärken können. Und das Beste ist: weitere interessierte Lehrende können von diesem Online-Kurs nach einer erfolgreichen Testphase kostenlos profitieren!

Zu erwähnen ist, dass die Projektergebnisse einen hohen Mehrwert für verschiedene regionale, nationale und internationale Akteure aus dem Kultur- und Tourismussektor darstellen. Durch eine gelungene Demonstration von AR-Applikationen auf Kulturobjekte lassen sich weitere kreative Ideen zum AR-Einsatz auf touristische Destinationen entwickeln und umsetzen, die letztendlich zur Erhöhung der Attraktivität der europäischen Standorte beitragen sollen.

Der Startschuss des Projekts fiel vom 8-9. November 2018 im niederländischen Roermond, dessen Ursprünge bis zu den Römern zurückreichen. Jede Partnerinstitution hat in kultureller Hinsicht einiges zu bieten, wie. z.B. das Institut Marco Polo aus Florenz, das Unternehmen CrystalClearSoft aus Athen und NGO Effebi aus Rom. Die Projektpartner freuen sich auf gemeinsame Projektherausforderungen, die ihre Städte und Regionen noch attraktiver für die Europäische Gemeinschaft machen können!

Das Projekt wird durch das Programm Erasmus+, Aktion Strategische Partnerschaften, finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.